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bpa Pressemitteilung, 10. Juli 2009 (Nr. 42/09)

"Ich schaffe das!"

Bundesrat gibt grünes Licht: Hauptschüler können direkt in die Altenpflegeausbildung einsteigen

Angesichts des demographischen Wandels und eines heute schon dramatischen Fachkräftemangels in der Alten- und Krankenpflege hat sich die Grosse Koalition entschlossen, Schülern mit einer zehnjährigen Schulausbildung einen direkten Einstieg in die Ausbildung als Kranken- oder Altenpfleger zu ermöglichen. Damit können - anders als bisher - auch Hauptschüler diese Berufsausbildungen unmittelbar beginnen. Das entsprechende Gesetz hat heute der Bundesrat abschliessend gebilligt.

Einer der ersten, der von dieser Neuregelung profitieren wird, ist Rafael Jung (22). Nach seinem Hauptschulabschluss hat der Zivildienst in einem Altenheim sein Interesse an der Altenpflege geweckt. Jetzt ist er sich sicher: "Nachdem ich die Arbeit mit alten Menschen kennen gelernt habe, war mir klar, dass das mein Beruf ist. Die positiven Rückmeldungen, die ich dabei erhalten habe, haben mich bestärkt: Altenpfleger ist der Beruf, den ich ergreifen möchte." Die Kritiker, die durch die gesetzliche Neuregelung eine Deprofessionalisierung des Altenpflegeberufes oder hohe Abbrecherquoten bei der Altenpflegeausbildung von Hauptschülern befürchten, kann Rafael Jung nicht verstehen: "Wenn man wirklich einen Beruf ergreifen will, dann schafft man das auch. Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, dass ich es schaffe!"

Sein zukünftiger Chef sieht das genauso. Ralph Meserth, Einrichtungsleiter des HEWAG Seniorenstifts Duisburg-Wanheimerort: "Wir kennen Rafael Jung sehr gut. Er hat sich bewährt. Deswegen sind wir davon überzeugt, dass er seine Ausbildung bei uns erfolgreich absolvieren wird. Ohne die gesetzliche Neuregelung hätte er im Herbst seine Ausbildung allerdings nicht anfangen können. Deswegen sind wir froh, dass es nun doch klappt."

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), in dem der HEWAG Seniorenstift-Wanheimerort Mitglied ist, begrüsst ebenfalls die heutige Entscheidung des Bundesrates. "Mit dieser gesetzlichen Neuregelung gelingt zweierlei: zum einen ist es ein klares Signal der Chancengleichheit, zum anderen ist es ein konkreter Schritt gegen den Fachkräftemangel. Deswegen ist es eine richtige Entscheidung gewesen. In der nächsten Legislaturperiode müssen weitere folgen, um den Jobmotor und Wirtschaftsfaktor Pflege weiter zu stärken", so Bernd Meurer, Präsident des bpa.

Die heute beschlossene Neuregelung für die Alten- und Krankenpflegeausbildung tritt einen Tag nach der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft. Das wird voraussichtlich Mitte August sein. Der bpa appelliert, diesen Prozess schnellstmöglich abzuschliessen, damit zukünftige Altenpflegeschüler und ihre Ausbildungsstätten umgehend Rechtssicherheit erhalten und die Ausbildungsverträge abschliessen können.

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